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Ist es möglich, einen guten Film über Menschen zu machen, die niemals hätten geboren werden dürfen?

Das Leben der Familie Höss, wie es von Regisseur Jonathan Glazer dargestellt wird, wirkt auf den ersten Blick idyllisch. Das Leben der Familie Höss, wie es von Regisseur Jonathan Glazer dargestellt wird, wirkt auf den ersten Blick idyllisch. Sie wohnen in einem riesigen Haus mit zahlreichen Bediensteten, sie haben einen geliebten Hund und ihre zahlreichen Kinder verbringen aktiv ihre Zeit. Untypisch ist jedoch der Beruf des Hausherrn Rudolf (gespielt von Christian Friedel), der als Kommandant des Lagers Auschwitz-Birkenau dem Dritten Reich dient. Das Schicksal Tausender unschuldiger Menschen hängt von seinen Entscheidungen ab. Auschwitz-Birkenau, das nur durch eine Mauer mit Stacheldraht vom Haus Höss getrennt ist, bildet die unheilvolle Kulisse für diese unglaubliche Geschichte. Hedwig, die geliebte Frau des Kommandanten, hört die Schreie der ermordeten Häftlinge, während sie den Phlox jätet, aber die Geräusche stören sie überhaupt nicht. Hedwig, die geliebte Frau des Kommandanten, hört die Schreie der ermordeten Häftlinge, während sie den Phlox jätet, aber die Geräusche stören sie überhaupt nicht. Sie will als Nazi leben, der dem Kommandanten treu ergeben ist, der davon überzeugt ist, dass dies der richtige Weg ist und dass ihr Mann das Richtige und Edle tut.

Die britische Tageszeitung The Guardian bezeichnete “The Zone of Interest” als ein “brutales Meisterwerk”. Es ist unmöglich, dieser Aussage nicht zuzustimmen, denn es ist ein Film, der gleichzeitig zerstört und aufbaut. Er ist fesselnd und brillant konzipiert und weist keinen einzigen Mangel auf; vielmehr funktioniert er wie ein höllisches Puzzle, das, wenn man es zusammensetzt, ein abstoßendes Ganzes ergibt. Der Film bringt den Zuschauer in einen Zustand der Konsternation, der durch den Kontakt mit einem unbeschreiblichen Bösen verursacht wird. Der Film bringt den Zuschauer in einen Zustand der Konsternation, der durch den Kontakt mit einem unbeschreiblichen Bösen verursacht wird. Es ist zugleich banal und grotesk, deutlich sichtbar und zugleich kaum wahrnehmbar. Mehr als den Tod fürchten die Protagonisten die Ungunst des Führers.

Im Film mischt sich die Ruhe mit einer unterschwelligen Panik. Das Haus des Kommandanten ist eine tickende Bombe, die scheinbar keine Chance hat, entschärft zu werden. Das Gut ist nicht das von Rudolf Höss beherrschte Gebiet. Er wird von Hedwig aus seiner Rolle als Herrscherin verdrängt, die sich zwar als perfekte arische Mutter ausgibt, die dem Modell einer Nazi-Frau entsprechen will, aber geradezu vor Bosheit trieft. Wenn sie Lust auf einen warmen Schafsfellmantel hat, der einer Gefangenen bei der Beschlagnahmung von persönlichen Gegenständen abgenommen wurde, wird sie ihn bekommen. Wenn sie den roten Lippenstift benutzen will, dessen Besitzerin wahrscheinlich schon in der Gaskammer ermordet wurde – sie benutzt ihn genüsslich. Heidis Interessensphäre ist das Haus und die Dienerschaft, die aus Angst vor der Ernährerin jede ihrer Launen so schnell wie möglich erfüllt. Die Figur, die von der hervorragenden Sandra Hüller gespielt wird, lädt den Zuschauer dazu ein, die Rolle der Nazi-Frauen, der Ehefrauen, Schwestern und Geliebten, die oft mit den Männern in der Durchführung von Grausamkeiten Schritt hielten, genauer zu betrachten.

Strefa interesów - recenzja

Die überwältigende Atmosphäre kontrastiert mit der besonderen Farbgestaltung der Aufnahmen. Das Haus der Höss ist idyllisch und pastellfarben, es ist blitzsauber und seine Bewohner kleiden sich minimalistisch und elegant. Die einzige Abweichung von dieser Regel ist die Figur eines Häftlings, der Hedwig zu Beginn des Films einen Schafspelzmantel bringt, und die hinter der Mauer aufragenden Wachtürme des Lagers. Die beiden Welten funktionieren nebeneinander, aber ihre Durchdringung steht nicht zur Debatte. Die beiden Welten funktionieren nebeneinander, aber ihre Durchdringung steht nicht zur Debatte. Dies ist nicht nur ein interessantes ästhetisches Mittel, sondern auch ein Beweis für die Fähigkeit des Regisseurs, der sich in “The Zone of Interest” darauf verlässt, die Situation ohne unnötige Worte zu skizzieren.

“The Zone of Interest” könnte ein Ausgangspunkt für eine Diskussion über das Natur des Bösen sein, aber er könnte genauso gut ein Weckruf für persönliche moralische Überlegungen bleiben. Es ist ein universell gutes Meisterwerk, das die Zuschauer zum Nachdenken über ihre eigenen Überzeugungen und Einstellungen anregt. Werden wir 2024 mehr Filme bekommen, die sich mit ungewöhnlichen Themen beschäftigen? Ich hoffe es aufrichtig, denn als Kulturpublikum haben wir es dringend nötig.

Rezension: Aleksandra Murat
Fotos: Gutek Film
Übersetzung: Zuzanna Lausz

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